07.12.2017

Eva Ullmann - Lachen ist gesund

Fachsymposium Gesundheit Referentin Ullmann Eva

Schwere Krankheiten, seelische Belastungen oder altersbedingte Beeinträchtigungen - wer denkt dabei schon an Humor und Heiterkeit? Humor und Lachen sind aber wichtige Ressourcen sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner im Berufsalltag. Humor hilft und erleichtert die Kommunikation in schwierigen Situationen. Humor und Lachen gelten nicht mehr als unerwünscht und deplatziert, sondern als Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Therapie, Rehabilitation, Prävention und Betreuung.

Der gezielte Einsatz von Humor kann helfen, schwierige Inhalte anzusprechen, die Vertrauensbildung und Motivation zur Gesundung positiv zu beeinflussen, Missverständnisse oder Konflikte zu klären und zu entschärfen und nicht zuletzt selbstschädigenden Widerstand aufzuheben.

In diesem Vortrag werden die kreativen und wertschätzenden Seiten des Humors genauer beleuchtet und negative Konsequenzen der Vernachlässigung desselben beschrieben. Es geht auch darum, Humor-Angebote der Patienten zu erkennen, Humor als Ventil zu nutzen und sowohl Abstand als auch Nähe zu Themen und Menschen herstellen zu können.

In der täglichen Sorge um die Patienten und im Kampf mit der Bürokratie ist es aber gerade auch immer wieder eine Herausforderung für die Pflegefachpersonen, den Blick auf sich selbst nicht zu vergessen. Eine gesunde Portion Humor ermöglicht es den Menschen im besten Falle, die täglichen Herausforderungen konstruktiv zu bewältigen, Stress abzubauen, Distanz zu Problemen, die nicht lösbar sind, zu schaffen, die Arbeitsmotivation zu erhöhen und ist damit ein probates Mittel der eigenen Psychohygiene, der eigenen Gesundheit.


 

16.11.2017

„Auswirkungen neuer Medien auf die Kommunikation“

Prof. Dr. Reto Eugster beleuchtet drei interessante Fragen zu diesem Thema.

Fachsymposium Gesundheit Referent Prof. Dr. Eugster Reto

Nicht genug, dass sich Patientinnen und Patienten verstärkt via Dr.Google informieren. Auch Beratungsdienstleistungen wandern ins Netz ab.
Ist das direkte Gespräch ein Auslaufmodell?

"Auch wenn es paradox klingt: Die Face‐To‐Face‐Beratung wird wichtiger. Aber Erwartungen an diese Beratungsart verändern sich. Ich erwarte ein hochindividuelles Eingehen auf meine Situation. Allgemeininformation, das Paraphrasieren von Basisexpertise, gesprochene Textbausteine gibt es einfacher via Internet."

Besteht die neue Patientinnen‐ und Patientengeneration vor allem aus Googleris?

"Nein, aber die Vorstellungen von Beratungsdienstleitung orientieren sich an der allgegenwärtigen "Hotline‐Kultur". Stichworte sind: rasche Verfügbarkeit, mobile Zugänge, Vergleichbarkeit, transparente Standards. Davon sind alle Branchen betroffen."

Standardisierbare Beratung nur noch via Internet?

"Jedenfalls ist der Trend zu beobachten, dass die Bereitschaft sinkt, für weitgehend standardisierbare Beratung, für "Bildschirmrückseitenberatung" (Dueck), anzureisen. Im Face‐To‐Face‐Kontakt sind High Professionals gefragt, die fähig sind, ihre Expertise kommunikativ zu verankern. Das ist die Pointe."


 

30.10.2017

„Interprofessionalität – die Zauberformel zur Verständigung“

Fachsymposium Gesundheit News Interprofessionalität – die Zauberformel zur Verständigung

Prof. Dr. Birgit Vosseler

Die Gesundheitsversorgung der Zukunft ist davon geprägt, dass Behandlungsprozesse quer über die Grenzen von Disziplinen und Berufsgruppen hinweg verlaufen. Längst bekannte Phänomene wie u.a. die erwartete Zunahme von polymorbiden Patienten mit chronischen Erkrankungen erfordern ein berufsgruppenübergreifendes, patientenzentriertes Krankheitsmanagement. In der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Gesundheitsberufen steigt die fachliche Entwicklung qualitativ mit einer zunehmenden Spezialisierung. Hierbei darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass Berufsfachleute in der Gesundheitsversorgung sensibilisiert werden sollten, Menschen in ihren sozialen Bezugssystemen und Lebenswelten zu sehen.

Das Motto vom neuen Joint Medical Master St. Gallen lautet " Gemeinsame Begegnung mit dem Patienten". Ziel ist es, das Studierende der Pflege und der Medizin eine gemeinsame wertschätzende Betreuung von Patienten, im wechselseitiges Verständnis zwischen Berufsgruppen und in einer lernorientierten und transparenten Fehlerkultur erlernen.

Interprofessional Health Education Seminar in Theorie, Praxis, Skills Labs und Simulationen unterstützen das Training von interprofessionellen Kompetenzen und bieten die Perspektive das Berufsgruppen übergreifendes arbeiten zur Verständigung von allen am Behandlungsprozess Beteiligten gelingen kann. Die Zauberformeln und die Kultur des Miteinander werden im Teamteaching (Medizin/Pflege), in gemeinsame Lehrveranstaltungen mit Studierenden der Pflege und Medizin vermittelt. Merkmal der medizinischen Grundversorgung ist die Betrachtung des Menschen über die Lebensspanne. Phänomene und Konzepte der Versorgung zu erlernen und gleichzeitig eine wertschätzende Haltung zur Teamarbeit sowie der eigenen Berufsrolle zu entwickeln erfordert flankierende Übungen zur Kommunikation im Kontext der Grundversorgung.

Die Zauberformel zur Verständigung in der interprofessionellen Zusammenarbeit und in Kooperationsprozesse könnte Clinical Assessment sein. Hier werden Arbeitsprozesse gemeinsam gestaltet, durch die Kommunikation über Diagnosefindung aus zwei fachlichen Perspektiven und der anschliessenden klinischen Entscheidungsfindung.  Beobachten – Untersuchen – Beschreiben als didaktische Konzept, schult die die eigene Beobachtung als Grundlage für die Weiterentwicklung im beruflichen Alltag. Der Grundgedanke «early interprofessional clinical immersion» impliziert ein integratives Praxislernen, welches eine Unterstützung bei der Reflexion der gelebten Praxis von Führung im Team und von Zusammenarbeit bietet.


 

05.10.2017

 

Wenn es um die Gesundheit geht, ist „verstehen und verstanden werden“ eine Grundvoraussetzung (BAG, 2017).

Fachsymposium Gesundheit News verstehen und verstanden werden ist eine Grundvoraussetzung

In der Schweiz leben aktuell ca. 200‘000 Menschen, welche weder eine der Landessprachen noch englisch verstehen (Swiss Hospitals for Equity, 2016) und eine nicht zu unterschätzende Anzahl Personen, welche sich zwar im Alltag verständigen können, aber komplizierte Aufklärungsgespräche oder Erläuterungen zu Gesundheitsfragen nicht verstehen.

Rund 10‘000 Menschen in der Schweiz sind vollständig gehörlos und kommunizieren in erster Linie visuell mit Gebärdensprache. Alle diese Personen benötigen Unterstützung, um Informationen von Fachpersonen zu verstehen und um verstanden zu werden.

Um eine qualitativ gute Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, müssen Fachpersonen im Gesundheitswesen entsprechende Fähigkeiten zur Kommunikation besitzen. Sie müssen gut zuhören können, sich bemühen die Anliegen des Gegenübers zu verstehen und die notwendige Unterstützung zur Überwindung von sprachlichen Barrieren zu erhalten.

Am Fachsymposium Gesundheit wird am Beispiel des Kantonsspitals St. Gallen aufgezeigt, wie ein Dolmetscherkonzept zum Verständnis beiträgt.


 

15.09.2017

Für das Einstiegsreferat des Fachsymposiums Gesundheit 2018 konnten wir Herrn Prof. Dr. Giovanni Maio gewinnen.

Referent Prof. Dr. Giovanni Maio

Anbei einen Blick auf die Rezension

Univ. Prof. Giovanni Maio hat Medizin und Philosophie studiert und ist seit 2005 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig, wo er Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin ist. Er ist Mitglied in verschiedenen überregionalen Ethikkommissionen und Ethikbeiräten und Mitglied des Ausschusses für ethische und juristische Grundsatzfragen der deutschen Bundesärztekammer. Außerdem ist Maio Autor von zahlreichen medizinethischen Publikationen wie „Medizin ohne Maß? Vom Diktat des Machbaren zu einer Ethik der Besonnenheit.“ oder „Geschäftsmodell Gesundheit: Wie der Markt die Heilkunst abschafft.“

(Österreichische Ärztezeitung Nr. 9 / 10.05.2016)

https://www.igm.uni-freiburg.de/Mitarbeiter/maio/mdk-forum-heft-2-2015-das-gespraech-ist-der-kern-der-medizin.pdf